Ausgewählte Berichte
Biografie
Einen Moment in seinem Leben wird Nima Farahmand Bafi nie vergessen: Als er mit zwölf Jahren im Iran zum ersten Mal eine Aufnahme von Mozarts Fantasie und Sonate in c-Moll hörte, öffnete sich für ihn eine neue musikalische Welt. Dieser Augenblick veränderte sein Leben und prägt sein künstlerisches Schaffen bis heute. Seitdem ist es sein Ziel, genau solche Momente für sein Publikum zu schaffen – Augenblicke, in denen Musik unmittelbar berührt und Menschen verbindet.
Nima Farahmand Bafi – 1984 im multikulturellen Iran geboren, heute in Deutschland zu Hause – wuchs zwischen zwei musikalischen Welten auf: der persischen Musik und der westlichen klassischen Tradition. Die kulturelle Vielfalt seines Herkunftslandes, geprägt von zahlreichen ethnischen und kulturellen Gemeinschaften – darunter Aserbaidschaner, Kurden, Luren, Belutschen, Armenier und Juden –, vermittelte ihm früh ein tiefes Verständnis dafür, wie unterschiedliche Kulturen einander bereichern und miteinander in Dialog treten können.
Aus der Begegnung mit klassischer und persischer Musik entstand eine zentrale künstlerische Frage: Warum sind manche Musikkulturen selbstverständlicher Teil des klassischen Konzertrepertoires, während andere – wie die persische Musik – weniger sichtbar sind? Diese Frage wurde zum Ausgangspunkt seines künstlerischen Weges: die Wiederentdeckung und Vermittlung der Vielfalt und Tiefe persischer Musikkultur als Teil einer universellen musikalischen Sprache auf der klassischen Konzertbühne.
Seine Kompositionen und Projekte führten ihn vom Iran über Europa bis nach Kanada, unter anderem in die Liederhalle Stuttgart und die Royal Albert Hall – als Solist ebenso wie gemeinsam mit klassischen Orchestern und multikulturellen Ensembles.
Portrait




Projekt
Nima Farahmand Bafi macht hörbar, wie Musik aus aller Welt eine gemeinsame menschliche Sprache spricht. Von persischen und jüdischen Traditionen über die westliche klassische Musik bis hin zu Filmmusik sowie globalen kulturellen Einflüssen. Nima zeigt die Schönheit des Dialogs zwischen Kulturen und stellt die persische Musik neben andere musikalische Traditionen der Welt, um ihren festen Platz in der globalen Kulturlandschaft sichtbar zu machen.
Durch Konzerte, persönliches Storytelling und Lecture-Concerts lädt Nima sein Publikum dazu ein, bewusster zuzuhören – um zu entdecken, wie Musik Menschen über Grenzen hinweg verbinden kann.
Archiv
Ausgewählte interkulturelle Programme, Kompositionen und musikalische Begegnungen.
Im Konzertprojekt „1001 Nacht“ begegneten sich unterschiedliche musikalische Vorstellungen des Orients. Saint-Saëns’ 5. Klavierkonzert „L’Égyptien“ und Rimsky-Korsakows Scheherazade wurden mit einer eigenen Orchesterkomposition von Nima Farahmand Bafi verbunden, die auf persischen musikalischen Themen basiert und in diesem Rahmen uraufgeführt wurde. Das Projekt eröffnete einen Dialog zwischen westlicher Orchestertradition und persischem musikalischem Erbe.
In diesem Gesprächskonzert verband Nima Farahmand Bafi Werke von Beethoven, Janáček und Chopin mit eigenen Kompositionen und beleuchtete Musik als Quelle von Hoffnung, Resilienz und innerer Stärke. Durch Vortrag und musikalische Darbietung wurde die Kraft der Musik thematisiert, seelische Genesungsprozesse zu begleiten und in Krisenzeiten neue Perspektiven und neue Kraft zu eröffnen. Das Programm wurde auch im Rahmen des Recovery College Stuttgart präsentiert.
In diesem Projekt bringen der Pianist Nima Farahmand Bafi und sein Vater, Ostad Mahmoud Farahmand Bafi, ein renommierter Meister des Tonbak, Klavier und Tonbak in einen musikalischen Dialog. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Rhythmus und Melodie: Durch Interaktion und Improvisation reagieren melodische Linien und rhythmische Strukturen aufeinander und verbinden zwei unterschiedliche musikalische Sprachen.
Im Rahmen des Projekts „Vom Wert der Menschenrechte“ präsentierte Nima Farahmand Bafi ein Konzert mit persischer, jüdischer und deutscher Musik. Durch die Verbindung dieser unterschiedlichen musikalischen Traditionen wurden ihre Gemeinsamkeiten und die verbindende Kraft der musikalischen Sprache hörbar. Das Konzert zeigte, wie Musik kulturelle Grenzen überwinden und unterschiedliche Stimmen in einen gemeinsamen harmonischen Dialog bringen kann.
Im Rahmen von „Stuttgart liest ein Buch“ traten Literatur und Musik rund um Shida Bazyars Roman Nachts ist es leise in Teheran in einen Dialog. Der über vier Jahrzehnte und zwischen Iran und Deutschland erzählte Familienroman setzt sich mit Themen wie Revolution, Exil, Zugehörigkeit und Identität auseinander. Auszüge aus dem Roman wurden von Janina Picard und Jule Hölzgen rezitiert, während der Pianist Nima Farahmand Bafi und der Percussionist Johannes Werner eine von der persischen Musiktradition inspirierte Klangwelt gestalteten. Im Zusammenspiel von Literatur, Klavier und moderner Percussion wurden die kulturellen und historischen Welten des Romans musikalisch aufgegriffen.
Aufnahmen
Studio Concert
Nima Farahmand Bafi am Flügel — aufgenommen im Studio. Diese Aufnahme gibt einen ersten Eindruck des Albums, das 2027 erscheint.

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